Neko

 

Samstag, 02. Juni 2007, 17:00 Uhr

Feueralarm...

... in einer geschlossenen gerontopsychatrischen Abteilung

Sehr muede und wieder etwas unwohliger als den Tag zuvor hoer ich von den Kollegen die Geschichten der ersten Bewohner, die diese Station bezogen. Vom hageren Herrn, der den Fernseher umwarf, vom ebenso hageren Herrn der den Arbeitern beim Terasse fließen helfen wollte und die Leiter zum 1 Stock flink erklomm und genauso schnell wieder hinunterstieg (ohne Sturz wohlgemerkt) und von den Herrschaften die den Feuermelder betaetigten. 3 Stueck waren es bis Dato. Und heute sollte ein Vierter Fehlalarm hinzukommen.

Wesentlich mueder und abgespannt der Bauchweh wegen saß ich zusammen mit den Andren um kurz vor 13 Uhr im Stationszimmer als ploetzlich ein sehr seltsames Geheule losging. Feueralarm. Von wem ausgeloest war nicht nachvollziehbar. Die folgenden 30 Minuten waren Phaenomenal. Fuenf Bewohner hatten sich zur Mittagsruhe hingelegt, einer lag Kopfueber auf der Tischplatte im Speisesaal und der Rest behielt die Sitzanordnung vom Mittagessen bei.

Achtung, Achtung. Der Feueralarm wurde betaetigt. Bitte befolgen sie die Anweisungen des Pflegepersonals

erklang es lautstark auf der gesamten Station. Doch die einzigen, die etwas in Hektik gerieten, waren wir. Die Bewohner schauten etwas irritiert und der Herr mit der Stirn auf der Tischplatte, drehte den Kopf zur Seite um so ein bisschen "bequemer" zu schlafen. Einem war das getoense zu laut, deshalb verzog sich dieser in den Garten. So ein Geschrei sei nichts fuer ihn. Und was machten wir? Rannten von einem Zimmer ins naechste, um nachzuvollziehen wo der Alarm ausgeloest wurde. Wir ueberprueften jeden Alarmschalter und stellten dabei fest, das alle Tueren entriegelt waren. Nun hieß es also auch noch darauf achten, dass die Bewohner nicht die Gunst der Stunde erkannten. So sehr wir auch alles absuchten, ein Feuerherd oder ein Ausloeser fuer den Alarm konnten wir nicht ausfindig machen. Das Geheule der Sirenen und die Durchsage, die sich staendig wiederholte, droehnte unerbittlich weiter. Um den technischen Defekt zu ueberbruecken machten wir diesmal sehr fruehzeitig Schichtuebergabe, die dann von den Feuerwehrmaenner gestoert wurde. Unsere Aktivste schrie die Feuermaenner an, sie sollen gefaelligst die Fenster zu machen, der Herr, der sich nach soviel Ruhe sehnte dachte sich, wenn die Feuerwehrmaenner reinkommen, kommt er auch raus und der Herr, von dem wir dachten, dass der meiste Einsatz kommt, sobald er die Feuerwehrmaenner und Polizisten sah, verpennte weiterhin das ganze Spektakel. Sichtlich genervt der Unruhe wegen. Eine andere Dame fuehlte sich von den in voller Montur bekleideten Feuerwehrmaenner sehr bedroht und wies sie mit boesen Blicken daraufhin, so schnell wie moeglich wieder zu verschwinden. Als die Feuerwehr dann auch keinen Brandherd entdecken konnte und wir ihnen so oder so nicht behiflich waren (Uebergabe) verließen die feschen Maenner ihren Einsatzort genauso schnell wie sie gekommen waren. Fuenf Minuten spaeter stand dann auch der Einsatzleiter vor der Tuer. Ob seine Jungs schon da seien. Oehm. Ein wirklich gelungener Einsatz wuerde ich sagen ;)

Da nach einer halben Stunde der Alarm inklusive Durchsage weiterhin ging, machten wir uns an unsere Aufgaben. Kaffee vorbereiten und solche Dinge. Man gewoehnt sich wirklich an alles.
Fast ungewoehnlich, als der Alarm nach fast einer Stunde endlich verstummte.

Ausloeser ist nach wie vor unbekannt. Lustig war es vorallem deswegen, da wir uns am Morgen noch ueber vergangene "Taten" unterhielten.

Waere wirklich ein Brand gewesen, haetten wir ganz schoen zu tun gehabt. 27 zum Teil schwerdemente Menschen dazuzubringen sich zu bewegen waere ein ganz schoenes Stueck Arbeite gewesen. Und ich ohne Schluessel haette nicht mal die Zimmer aufsperren koennen. Ich freu mich wirklich schon wieder darauf, auf meiner Station zu arbeiten. Da ist das Arbeiten so ... "Offen" ;)

Minensie

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Mittwoch, 30. Mai 2007, 09:58 Uhr

WGT und seine Folgen Teil I

[Stimmung: zufrieden]
[Musik: REM - Man on the Moon]

Heute vor einer Woche liefen die letzten Vorbereitungen fuer das 16. WGT in Leipzig. Heute vor einer Woche gab es leckeren Ofenlachs auf Orange mit Kaesesahnegemuese und Kraeuterkartoffeln.
Heute vor einer Woche gab es nur 3,5 Stunden Schlaf fuer mich, da ich nach dem Packen so aufgedreht war, dass an Schlaf nicht zu denken war.

24.05.2007:
Die Folgende Fruehschicht ging nur langsam vorbei. Ab 12 Uhr konnte ich es kaum erwarten endlich nach Hause zu kommen. Kurz nach 15 Uhr ging es dann auch tatsaechlich los. Nach einer Ehrenrunde auf dem Parkplatz machten wir uns dann auch gegen 18 Uhr in Richtung des gesicherten Zeltplatzes. Der Tigerentenbollerwagen tat sein bestes, auch wenn es hier und da Unstimmigkeiten aufgrund verschleuderten Packvolumens gab. Die Unstimmigkeiten hielte auch den gesamten Abend an - sehr zur belustigen der anderen ;)

Vamp hat wiedermal einen spitzen Platz ausgesucht. Schattig, unter Baeumen und dennoch Agra-, Dixie-, und Waschbeckennah ;) Fuer diesen Zeltplatz mussten die Drei allerdings sehr lange in der heißen Sonne schmoren. Vamps Sonnenbrand sprach Baende. Da war ich dann doch um meine Fruehschicht froh ;)

Der Zeltaufbau ging fix, die Nachbarn erwiesen sich innerhalb kuerzester Zeit als freundliche Zeitgenossen und nur der Grill straeubte sich. Beziehungsweise die Briketts. Feuermeister Herr von und zu hat es tatsaechlich nicht geschafft, dem Grill einzuheizen. Da half auch die Stichflamme mit Spiritus nichts, die der freundliche Nachbar bereitwillig unter den Baeumen zum Besten gab.
Am Ende gab es lediglich ein bisschen Fleisch und Glutamat-Salat, keine Wuerstchen und auch kein getoastetes Broetchen. Dafuer ein hungriges, nach wie vor genervtes Minchen.
Sai und seine Freundin fanden unseren Zeltplatz. Endlich! Nach Jahren sieht man mal die Menschen, die hinter den Nicks versteckt sind ;)
Zur spaeten Stunde, S. und ich wollten gerade zur Agra aufbrechen, kam der Nachbar nocheinmal zu uns.
Kartenspielen. Nach ein paar Anlaeufen konnte er uns dann doch Mau Mau erklaeren. Als er das 3. Spiel auch verloren hatte und keiner außer der Nachbar ueber meine Hilfe erfreut war, gingen die ersten Hilferufe an seine Kumpels. Nach ueber einer Stunde abzocke lies er das Spielen und wollte mit uns in die Agra. Bis kurz vor der Tuer hatten wir ihn noch im Auge, danach nicht mehr. Wie vom Erdboden verschluckt. In der Agra selbst waren wir sehr erstaunt, dass Herr Manegold doch gut auflegen kann, wenn er denn will. Und es war so warm, dass mir beim Tanzen der eigene Schweiß ins Gesicht peitschte. S. und K. verschwanden zwischendurch, da K. sich nur schnell umziehen wollte. Aus dem "schnell" wurde eine Stunde und der Herr von und zu ließ sich nur schwer dazu ueberreden, noch ein paar Minuten laenger zu bleiben.

Das Highlight der ersten Nacht: Eine Alkoholleiche direkt neben unserem Zelt, die neben der Kotzerei auch ueber unsere Zeltschnurr flog und das Faehnchen stark einriss. Ich fand das alles ja sehr aufgregend. Kotz er gerade unser Zelt voll? Fliegt er gleich ganz in unser Zelt? Wird er den naechsten Morgen noch erleben? Spaeter hoerte ich nur, wie die Sanitaeter dies bejahten. Man koenne die Alkoholleiche am naechsten Tag wieder abholen. Beruhigend. Der Schlaf stellte sich etwas spaeter ein.

Fortsetzung folgt...

Minensie

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